Wir ist ein anderer

Von am 24 Jun 2014 | Cachaça, Tresenmonologe

Es ist so: Ich habe kein Vaterland. Meine Vorfahren stammen aus Böhmen, Niederösterreich, Oberbayern, Belgien, Paris und der Normandie, in meinem Stammbaum finden sich mehrere SS-Schergen, Kollaborateure und eine französische Widerstandskämpferin, die drei Jahre in Bergen-Belsen saß. Kürzlich erfuhr ich, dass meine Ururgroßmutter eine rumänische Zigeunerin gewesen ist, und das der andere Zweig meiner Familie wahrscheinlich aus der Nähe des Aostatales kommt.

Ich bin eine europäische Straßenmischung.

Und ich bin kein Ausländer. Kein richtiger jedenfalls, man sieht es mir nicht an, dass sich mein Genpool nicht aus Leuten speist, die seit Jahrhunderten Ackerland in Donaunähe umgepflügt haben. Ich spreche einwandfrei deutsch, zumindest bis zum vierten Bier. Oh, ich trinke Bier! Sarrazin wäre stolz auf mich.

In meiner Kindheit und Jugend war ich Ausländer. Ich bin in einem Kaff aufgewachsen. Es gab dort zwei Ausländer, eine Schweizerin und meinen französischen Vater, der das Pech hatte, Deutsch auf dem Bau zu lernen. Seither spricht er Schwäbisch mit französischem Akzent. Das hört sich so aufgeschrieben viel charmanter an, als es klingt.

In der Jugend wird sehr auf die feinen Unterschiede geachtet: alle um einen herum befinden sich im Prozeß der Ichwerdung, keiner weiß genau, was er jetzt repräsentieren soll. Man grenzt sich ab.

Es gab natürlich Dinge, die mich deutlicher von anderen unterschieden: mein Name. Bei meiner Geburt hieß ich Frédérique, aber als in zunehmenden Alter immer mehr Briefe für mich kamen, die an Mlle und Frau Valin adressiert wurden, ließen meine Eltern das ändern. Nicht, weil sie dachten, ich könnte darüber verwirrt sein, ob ich jetzt Mann oder Frau sein sollte, sondern um mir ständige Nachfragen zu ersparen.Da sieht man mal, wie durch Konformismus Geschlechtszuschreibungen gefestigt werden.

Mein Nachname blieb mir, den keiner aussprechen kann, nicht einmal alle Geschwister, obwohl sie selbst so heißen. Meine Zweisprachigkeit, meine kulturelle Prägung. Meine Vorliebe für französische Musik und Literatur zum Beispiel, wobei nicht ganz zu entschlüsseln ist, inweifern ich da selbst die Entscheidung getroffen habe, mich in meinen Präferenzen unterscheiden zu wollen.

Was mich in meiner Kindheit nämlich zum Franzosen gemacht hat, war der Blick der anderen. Ich war, was man einen gut integrierten Außenseiter nennen könnte: ich denke, ich galt allgemein als ein wenig eigenartig, hatte aber viele Freunde, denen das egal war. Manchmal allerdings mussten sie den Eigenartigkeiten einen Namen geben, um mit ihnen umgehen zu können: und sie nannten sie Franzose. Wannimmer ich krudes Zeug vor mich hinredete oder anderweitig auffällig wurde – als ich mit 16 nach Jahren der allgäuer Mundart plötzlich wieder begann, Hochdeutsch zu sprechen oder irgendwann auf die Idee verfiel, unbedingt Pfeife rauchen zu müssen – hieß es: der Franzose. Und dann war wieder gut. An das, was man an mir nur schlecht verstand, pappte bald die Tricolore.

So kam es, dass mich das, was mich ausmachte, was mich deutlich von den anderen unterschied, mit Frankreich verband.

Was „meine kleinen Kameraden“ (Sartre, Entschuldigung) nicht wussten oder ahnten: In Frankreich war es ganz ähnlich. Ich war oft und dann lang in Frankreich, und wenn ich dort war, hier ich der Deutsche. Eine enge Kindheitsfreundin von mir, zwei Jahre älter, bezeichnete mich vor ihren Freunden noch bis vor wenigen Jahren als „Austauschschüler“, was ich als unerhörte Kränkung empfand. Es wurde kein Klischee ausgelassen: Wenn ich an einer roten Ampel stehen blieb, hieß es, ich sei schon sehr deutsch, deutscher als das Elsaß allemal.

Aber ich war ich Franzose! Aber nun in Deutschland. Viele Binationale, mit denen ich seither gesprochen habe, kennen das Phänomen: Ein Vaterland hat man nicht, es ist immer dort, wo man gerade nicht ist.

Dafür hat man zwei Muttersprachen, ich bin, was meine nationale Erziehung anbelangt, in einer lesbischen Beziehung aufgewachsen.

Die Frage nach meiner Nationalität und was an mir jetzt spezifisch deutsch oder französisch ist hat erst in Berlin wirklich aufgehört. Als ich hierherzog, wohnte ich zunächst im Friedrichshain, später in Neukölln, und dort sind all diese Fragen nach Herkunft und Identität bereits als albern entlarvt worden. Ich wurde nicht gelabelt, jedenfalls nicht nach nationalen Gesichtspunkten, und im Gegenzug ist es mir inzwischen auch sehr egal, wie jemand meinen Namen ausspricht. Auf offiziellen Dokumenten sollte er einigermaßen richtig geschrieben stehen, sonst hab ich später Scherereien, aber die Accents zum Beispiel kann man meinetwegen mit dem Pfefferstreuer über die Vokale verteilen. Kuckt eh keiner nach.

Warum ich das erzähle: es gibt alle zwei Jahre eine Zeit, in der sich das ändert, in der man Farbe bekennen soll. Bist Du für Deutschland oder für Frankreich, das ist eine Frage, die mir bei großen Turnieren häufig begegnet. Und alle schauen immer ganz irritiert wenn ich sage: In Deutschland für Frankreich, in Frankreich für Deutschland.

(Dabei ist das schon eine Konzessionsantwort, tatsächlich weiß ich vorher meist gar nicht, für wen ich bin, das kristallisiert sich im Laufe der Zeit erst heraus; recht oft mag ich Holland, manchmal auch Italien, ausgerechnet die beiden fußballerischen Erzfeinde der Deutschen und Franzosen. Aber das jemandem erklären, der sich gerade wie im Wahn auf seine Nationalität stürzt, hat wenig Zweck.)

Es ist so, dass ich diesen Nationenwahn nicht verstehe, nicht verstehen will und wahrscheinlich auch gar nicht verstehen kann. Ich beobachte das mit Argwohn. Ich fühle mich nicht ausgeschlossen, wenn meine Nachbarn eine von Bitburger gesponsorte Deutschlandfahne anbringen; sie tun mir nur ein bisschen leid. Ich fühle mich auch nicht bedroht von den ganzen Nasen, die seit 2006 fortwährend nach einem entspannten Patriotismus schreien – albern finde ich sie, wie man Leute albern findet, die jetzt auchmal „einen kiffen“ wollen und dann danach fünf Stunden am Stück erzählen, wie geil bekifft sie jetzt sind. Selbst wenn man ihnen Basilikum gegeben hat; vor allem, wenn man ihnen Basilikum gegeben hat.

Ich weiß auch, dass der Nationalismusschub der letzten Jahre Gefahr verheißt; dass im Windschatten der WM 2006 eine neue Fremdenfeindlichkeit entstand oder im Entstehen begriffen ist; und das es wichtig ist, sich damit zu beschäftigen und gegenzusteuern. (Vor allem auch bei Äußerungen öffentlicher Personen, Steffen Simon zum Beispiel oder Oliver Kahn, der bei jedem Spiel ganz knapp davor ist, etwas in die Richtung wie “der Afrikaner an sich” zu sagen. Bei denen müsste man immerhin davon ausgehen, dass ihnen jemand verklickert, was sie da gerade von sich geben.)

Meine vielleicht etwas flapsigen Bermerkungen im vorletzten Absatz sollen diese Entwicklungen nicht verleugnen; es mag blind sein, in den Fahnenschwenkern mehr kleine Kinder zu sehen als zurechnungsfähige Erwachsene. Ich kann an Nationalismus nichts unschuldiges finden, und möglicherweise unterstelle ich dem einzelnen Fahnenschwenker deswegen Naivität, um überhaupt mit ihm ins Gespräch kommen zu können; um sicherzugehen, ob er über ein sogenanntes geschlossen rechtes Weltbild verfügt oder eben ähnlich tickt wie meine Physiotherapeutin, die mir neulich sagte, sie sei total für Portugal, habe aber trotzdem schwarz-rot-goldene Spiegelschoner, weil macht man so.

Das ist natürlich idiotisch; aber nicht böswillig.

Ich bin da außen vor, und ich muß sagen: in diesem außen vor lebt es sich viel entspannter. Unter anderem deswegen, weil ich nicht fortwährend beweisen will, wie entspannt ich bin.

Andernfalls würden meine Urlaube wahrscheinlich so aussehen:

CMR – BRA 1:4

Von am 23 Jun 2014 | An fremden Brettern

Das ist eine seltsame WM: Frankreich läuft im Schnitt mindestens so viel wie der Gegner, die Standardausfertigung eines deutschen Mittelfeldspielers ist ungefähr 1,50 hoch und Brasilien bringt seine Dribblings nicht zu Ende. Schon erstaunlich, da treibt der Nationalkult wieder ungeahnte Blüten, und gleichzeitig ist keine Tradition vor Erosion sicher.

(Nebenbemerkung: Dass mir das noch nie aufgefallen ist: Neymar hat durchaus Ähnlichkeiten mit Prinz Kuzco aus Ein Königreich für ein Lama, oder spinne ich?)

Drei Minuten sah es nach Feuerwerk aus, was Brasilien da veranstaltete, aber in der Rückschau wirkt es dann doch eher, als wäre eine Öllampe umgefallen. Kamerun schien ein Rezept zu haben, wie sie die Brasilianer abkochen wollten, bis Gustavo an der Mittellinie die Geduld verlor, der gewinnt inzwischen Zweikämpfe, die seine Teamkameraden führen. Das ist so eine Art Heiner Geißler, der haut das inzwischen einfach mal so raus zwischendrin, wenn kein anderer darf. Einsnull Neymar, der kurz darauf nochmal durfte, und dann verpasste Carsten Jancker in der Mitte. Da war was los.

Vor allem als man dann beim anderen Speil war, bei den Mexikanern, da jubelte plötzlich Kamerun, und ich war ähnlich überrascht wie ganz zu Anfang, als vor Anpfiff kein bescheuerter Spot durchlief. Man wird echt bescheuert mit diesen Medien, ich glaube denen viel mehr, als ich mir eingestehen will.

Und das zweite Tor hat man auch nicht gesehen. In der Wiederholung zeigen sie höchstens die fünf Schritte vor der Bude, aber das Neymar mit der Hüfte wackeln kann, hat man ja nun schon häufiger gesehen. Was ist davor passiert? Man weiß es nicht. Aber offenbar is there an app for that, bloß wenn ich mir da jetzt die Tore ankucke, wie soll ich denn das Spiel kucken? Ich werde alt, mit mehr als zwei Endgeräten komme ich schlicht nicht klar, wenn ich dabei noch selber was denken will.

Also, keine Ahnung, ob das stimmt, aber Brasilien hat vorne glaube ich gar keine Optionen. Da vorne siehts aus wie in einer Alpendoku, Hulk als Steinbock, Oscar als Murmeltier, und irgendwo in weiter Ferne sieht man auch einmal einen Fred seine Kreise ziehen. Ansonsten ist viel Neymar, als wäre Russell Brand bei irgendeiner Talkshow zu Gast, da sieht man vom Rest auch nur dann was, wenn man sich konzentriert.

Zur Halbzeit kam dann Fernandinho, das könnte Conan O’Brien werden, zumindest war das eine zauberhafte Vorbereitung für das Tor von David Luiz. Wer wissen will, warum Torstatistiken nichts gelten, muss sich bloß diesen Treffer ankucken, da hätte auch eine Dose Sauerrahm stehen können, von der wäre der Ball trotzdem reingerutscht. So stand da halt Stéphane Guivarc’h. Dreieins.

(Ist mir übrigens egal, ob oder wie weit er im Abseits stand, ich beteilige mich an solchen Diskussionen nur noch, wenn Frankreich wegen einer Fehlentscheidung gewinnt. Dann will ich die Adresse des Schiedsrichters wissen, um Blumen zu schicken, da können da alle hinterherfahren und dessen Haus anzünden, wenn sie denn müssen. Nichts ist sinnloser als diese Diskussionen, mit denen Fußballkommentatoren ihre gottgleiche Überlegenheit dokumentieren. Mir kommen die Diskutanten immer vor wie verkappte Juristen, und wenn ich mit Juristen diskutiere, dann nur, wenn ein Pabst im mittleren Zimmer hängt.)

Am Ende… ich habe keine Ahnung. Die ganze Zeit liefen Tore von Mexiko zwischenrein, eine Konferenz wie ein einsgegeneins gegen Sven Bender. Oder Lars Bender. Oder beides. Mir tut der Kopf weh.

Hat wer Mexiko gesehen? Waren die Kroaten bundesligatauglich?

NED – CHI 2:0

Von am 23 Jun 2014 | Cachaça

Ich kann schon verstehen, warum van Gaal sich vorher aufgeregt hat; wäre ich Brasilianer, ich würde deutlich lieber gegen Holland ran. Chile ist Kategorie „barfuß über Legosteine“, und was sie so unangenehm macht, ist, dass sie ganz genau wissen, was sie können, und was nicht. Spektakuläre Bälle sieht man da selten, Geniestreiche ohnehin nicht, aber man kommt einfach nicht hinterher. Und in der Defensive piesacken sie einen wie die Flöhe, diese Giftzwerge, das macht ganz sicher keinen Spaß, da kann man sich auch die Zehennägel ziehen.

Und dann sind die nicht nur schnell auf den Beinen, sonsern auch im Kopf. Die Niederlande macht die Mitte zu? Dann versuchen sie es über außen, und ist auch wurscht, ob die eigenen Stürmer neben den Verteidigern aussehen wie ein Wohnwagen vor dem Empire State Building, sie hauen die Bälle trotzdem hoch rein, irgendwann denken die anderen, das läuft jetzt immer so, und dan spielen wir eben einen Eckball flach rein. Die werden doof kucken, vor allem der Kuyt.

Hat dann aber nicht geklappt. Es hat eine halbe Stunde gedauert, bis Holland ins Spiel gefunden hat und ein paar Zweikämpfe in der kritischen Zone gewinnen konnte. Ein Freistoß, ein Konter über Robben, es ist nicht so, als wäre Chile hinten fortwährend so sicher wie die Rente. Vorne versteiften sie sich ja dann auch auf die Taktik, den Ball in den Strafraum zu bringen und dann umzufallen.

Es ist auch das Verdienst der Niederländer, anfang der zweiten Hälfte die individuellen Qualitätsunterschiede bei den Chilenen aufzuzeigen, bei denen es mir bisher schwer gefallen wäre, eine Einzelkritik zu schreiben. So war es Sanchez, dem es zustand, den de facto-Ausfall von Aranguiz zu kompensieren.

Aber um ehrlich zu sein: recht viel passierte nicht. Man saß da und wartete auf Fehler, außer man war Spieler auf dem Feld, dann stand man da und wartete auf Fehler. Der dann ja auch kam, nach einem Stellungsfehler, als Leroy Fer blank stand. Ein Tor wie ein Erschöpfungssyndrom. Am Ende spielen die Niederländer noch sauber einen Konter zu Ende, und dann wars das.

(Sonderprops für Sanchez, der vor den Eckbällen seine Hosen immer nach oben zieht und dann immer aussieht wie ein Fähnlein Fieselschweif. Das ist mal keine kopierenswerte Geste vor einer Standardausführung.)

Eine Gala gegen Spanien, ein wirres und ein sehr solides Spiel reichen Holland für den Gruppensieg. Aber ich bleibe dabei, Chile spielen ist wie morgens den eigenen Mundgeruch riechen, sehr sehr unangenehm.

Zwischen den Zeilen

Von am 23 Jun 2014 | Brettgeflüster

Dieser Mann lässt gerne seine Muskeln spielen. Zieht nach einem Torerfolg sein Trikot aus, zeigt alles her, was er obenrum zu bieten hat, markiert den starken Mann. Ein bisschen Adonis, ein bisschen Schwarzenegger, das ist Cristiano Ronaldo, wie ihn die Welt sieht, wie sie ihn sehen soll.

Diesem Mann ist oft zum Heulen zumute. Weint nach einem verschossenen Elfmeter, nach einer verpassten Titelchance, nach einem Tritt gegen den Knöchel, einer gewonnenen Wahl oder bei einem Abschied. Seine Ausnahmekarriere ist eine von vorne bis hinten tränenreiche Geschichte, ein Fußball-Melodram. Man kann sich ausmalen, wie Ronaldo reagieren würde, wenn er beim Saisonhöhepunkt in Brasilien nicht seine Muskeln spielen lassen könnte.

(Thomas Klemm, FAZ)

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Die Haare perfekt gegelt, über der muskelbepackten Brust das enge T-Shirt, die Arme nach unten durchgedrückt, strahlt Cristiano Ronaldo eine unglaubliche Arroganz aus. Als er am Montag bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien mit Portugals Nationalmannschaft auf Deutschland traf, saßen viele deutsche Fans vor dem Fernseher und schimpften: auf den eitlen Pfau.

(Harald Czycholl, Welt)

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SUI – FRA 2:5

Von am 20 Jun 2014 | Cachaça

Die Aufstellung von Giroud hat sich ja direkt bezahlt gemacht; das kann nicht jeder, den Gegenspieler neun Minuten vor dem Abschluss ausschalten.

Es tut mir leid, das war geschmacklos. Fünfzehn Minuten lief das schweizer Spiel wie ein Uhrwerk, dann steckte Giroud einfach mal einen Stift rein, um zu kucken, ob es dann immer noch funktioniert: tat es nicht. Ein Standard als Dosenöffner, und Benzema, der zu biblischer Selbstlosigkeit heranwächst. Wahrscheinlich hat er schon zwölf Kinder gezeugt.

Frankreich hat eine Abgewichstheit, die man so von ihnen nicht sehr oft gesehen hat. Da wäre der Strafstoß, aber sprechender fand ich die Szene in der 29., als Shaqiri aufs Tor schießt und Lloris den Ball mit der Fingerspitze rauswischt; danach aber nicht jubelt, weil das ja keiner gesehen hat, und damit den Eckstoß verhindert.

Dass Cabaye dann den einfachsten Ball an die Latte semmelt, das gehört auch dazu. Eleganz geht immer mit Komik, das ist ein Leitsatz aus der französischen Literatur. Das Grandiose ist, dass Frankreich danach nicht in ein Phlegma gefallen ist, sondern weitergearbeitet hat, und weitergespielt (Benzema weiß das auch, als der Ball zurückprallt; das nimmt er gelassen hin, er zweifelt nicht, er weiß, das wird); mag sein, dass die beiden Türsteher bei den Schweizern hinten drin nicht gegen voyous ankommen, gegen Leute, die Idole einer Jugend sind, die über Zäune klettern sind, um doch mitmachen zu dürfen. Das ist das schöne an Frankreich: wannimmer sie erfolgreich sind, dann vor allem durch Kreativität.

(Man darf nicht vergessen, dass Kreativität eine Form der Aufsässigkeit ist. In dem Sinn ist dieses Spiel nicht das Gegenteil, sondern das Gegenstück zur WM 2010. Die Spieler, das sagte man selten, hatten recht, sich damals gegen Domenech zu stellen; schade war, dass der Putsch in der Öffentlichkeit stattfinden musste. Eine Analyse Frankreichs post-Sarkozy könnte oder müsste an diesem Moment ansetzen, es wäre jedenfalls ein lohnendes und schillerndes Momentum.)

(Und dann müsste man noch ein Porträt über Benzema schreiben, der spielt wie Klose in seinen besten Zeiten. Wie lang der Weg bis zu diesem Vergleich war! Aber ich kann mir Benzema inzwischen gut bei Lautern vorstellen, gleichermaßen selbstlos wie torgefährlich. Der schlaue Blick vor dem 0:5, kein Gamechanger, nicht gegen eine gute Verteidigung gemacht, aber mit, wie soll ich sagen, Herzlichkeit und Hirn gespielt – wer hätte das Benzema jemals zugetraut? Und ähnlich wie Klose ist sein signature move bei Großaufnahmen, sich an die Nase zu fassen.)

Dass die Mauer nicht hält, ist natürlich symptomatisch. Ich könnte jetzt einen Sermon darüber schreiben, wofür; aber das war zu schön, um jetzt zu lamentieren. Selbst für einen Franzosen. So viel Disziplin muss sein.

Frankreich ist natürlich keine große Mannschaft; jeden eigenen Einwurf schenken sie her, ihre Konter spielen sie oft nicht sauber zu Ende, sie haben noch nicht gegen eine Mannschaft gespielt, die besser mit dem Ball umgehen kann. Aber Spaß haben sie mir gemacht, das ist, was zählt.

Und die zwei Gegentore zum Schluß, vielleicht waren sie eben dafür da, weiterhin verschätzt zu werden.

Fünf Sätze zu Costa Rica

Von am 20 Jun 2014 | "Mach ma n Zettel", Cachaça

Eine Mannschaft, im besten Sinn, wie Mainz. Ein Leviathan, dessen Kopf auf einer Bank sitzt; plus die Überrascung der Europäer, dass jenseits des Atlantiks auch Fußball gespielt wird. In Deutschland würde man sagen, es wäre ein Sieg des Willens; es ist eher ein Sieg der tausend kleinen Schritte. Die machen sie, weil sie das Tor wollen, genauso wie sie in einen Zweikampf wollen: weil das Spaß macht, der Ball. Vor allem, wenn man danach weiß, was man damit anstellen will (Scheiben einschießen zum Beispiel).

(Jetzt: Frankreich. Mögen Hitzfelds Magenfalten Gletscherspalten werden.)

URU – ENG 2:1

Von am 19 Jun 2014 | Cachaça

Ich bin ein großer Fan des sinnlos athletischen Spiels mancher afrikanischer Mannschaft, letzte WM von Ghana, diese von der Elfenbeinküste, Nordkorea war auch so ein Fall gewesen. Ich sagte es bereits auf Twitter, bezüglich der Elfenbeinküste: Auch nach diesem Spiel habe ich keine Ahnung von Raumaufteilung und Spielsystem dieser Mannschaft, ich weiß nur: ich liebe es. Jeder Zweikampf ein verdammtes Abenteuer, geht irgendwas schief, explodiert an anderer Stelle irgendwas. Wie ein Actionfilm von Godard. Völlig egal, ob es Erfolg hat: Wenn ja, ist es wunderschön, wenn nein, sieht der Gegner aus wie ein verklemmter Spießer.

Bei Eingland erkenne ich Ansätze dieses Spiels, auch bei Frankreich; bei Brasilien und Argentinien in manchen Momenten. Der Hang zur Disziplinlosigkeit, das Vertrauen in den Mitspieler, nach einer eigenen verkackten Aktion würde er schon die richtige waghalsige Grätsche setzen, mithin die gegenteilige Spielanlage als jene von, sagen wir, Mannschaften mit Toni Kroos in der Mitte, das alles begeistert mich, weil es so schwer zu durchschauen ist. Jeder verlorene Zweikampf könnte der letzte sein, Fußball ist hier – mit vollem Einsatz gespielt – ein sehr ritterliches Spiel.

Vielleicht ist das ein Merkmal jener Mannschaften mit fünf bis sieben Spieler im Kader, die in der Liste der bedeutendsten Menschen über sich noch Jesus und Winston Churchill dulden. Wie so Prenzlberg-Klassen, in denen achtzig Prozent der Schüler irgendeine Hoch- oder Inselbegabung haben. Und die Eltern, das sind die Medien. Vielleicht ist der Misserfolg der Engländer ein Erziehungsmisserfolg der Sun. Und die Befriedigung am Scheitern solcher Mannschaften entsteht durch den Riss in der Erzählung von den Stars, weil der Boulevard seine Versprechungen nicht einlösen kann.

Wobei ich heute den Engländern alles Glück der Welt gewünscht habe. Der südamerikanische Fußball, der ja irrtümlicherweise oft mit Zauberei und Schuhplattlerei gleichgesetzt wird, hat seinen eigenen Reiz; aber mir würde es schwerfallen, auf einem Schwarz-Weiß-Fernseher Chile, Uruguay, Ecuador und Kolumbien an mehr als nur Details zu unterscheiden. Ein wenig Irrsinn zwischen all der Disziplin, das schafft Abwechslung.

Obwohl Uruguay natürlich ein Zaubertor geschossen hat. Ein idealer Ball von Cavani, ein Laufweg von Suarez, den die englische Mannschaft für den Pfad der Verdammten gehalten muss; unbegehbar. Sie wurden eines besseren belehrt. Bei zwei gegen fünf müssen bei den Engländern im nächsten Training immer fünf in die Mitte.

Und im Gegensatz dazu dieses Gewöll von einem Spielzug, das England zum Ausgleich gebracht hat; Johnson fällt in den Ball, als wäre er versehentlich aus dem Bett auf ein Skateboard getreten; und dann kommt der Ball derart ideal zu Rooney, dass der nicht mehr ins Grübeln kommen kann.

Und das übrigens vor allem deswegen, weil Uruguay am Ende offenbar die Luft ausgegangen ist. Schien fast so, als spielten die auf halbe Lunge; dafür spielte England zu ihrem Glück ohne Hirn. Wie man einen Ball, der länger in der Luft ist als ein Flug von New York nach Paris, derart bescheuert unterlaufen kann, wie man als Torhüter sich dann derart schnell langmacht, wenn Suarez am Fünfereck auftaucht – es gibt zum Glück in der englischen Sprache sehr viele Schimpfworte, die als Antwort durchgehen könnten.

Sehr gut finde ich übrigens die Tendenz zu langen Nachspielzeiten, wenn Spieler schon ab der 30. Minute anfangen, auf dem Feld ein Zwischenschläfchen zu halten. Wenn ich mir noch was wünschen darf: eine konsequente Bestrafung taktischer Fouls wäre schön.

Eine gewisse Müdigkeit

Von am 16 Jun 2014 | Cachaça

Ich gebe es ungern zu, aber gestern ist es mir dann doch aufgegangen, während ich abends auf einer Dachterrasse saß und mich nicht recht auf das Spiel konzentrieren konnte; ich komm nicht so gut rein in die WM. Nicht so gut wie in frühere Turniere.

Ich weiß nicht, woran es liegt. Ist es, weil ich die brasilianischen Proteste auch in dieser Schärfe für legitim halte, und gleichzeitig stundenlang Fußball kucken kann, ohne dass auch nur eine Information dazu aus dem Fernseher tropft? Ist es, weil das Wissen um die Korruptheit der FIFA sich wie Schleim über das Spiel gelegt hat? Weiß ich inzwischen zu viel über die Spieler, um mich mit ihnen identifizieren zu können, muss ich zu viel Aufwand betreiben, um sie von ihrer Beiografie zu lösen, um sie nur noch als Zeichen, Metaphern und Allegorien sehen zu können?

Möglicherweise. Wobei mich nichts so sehr nervt wie die Rahmenberichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen. Stundenlang kann man vor dem Fernseher sitzen und keinen Ton zu den Protesten hören. Stattdessen diese ekelhafte Selbstgefälligkeit, diese Deutschtümelei; zum Beispiel im Vorfeld des Italienspiels. Was mag wohl der Grund gewesen sein, stundenlang über Immobile zu reden; obwohl der nicht spielen würde, was jedem klar war, obwohl der während der WM nur dann eine Rolle spielen würde, wenn ein Hai Balotelli mindestens ein Bein abbeißt.

Man könnte das ja machen, random interessante Typen jenseits ihrer Relevanz für das Spiel vorzustellen, aber das war ja gar nicht die Absicht. Immobile war deswegen wichtig, weil er Dortmunds neuer Star werden soll; und Dortmund, der zweite der Bundesliga, muss ja wohl einen Star einkaufen. Ein Star, der aber gar nicht spielt, und da stellt sich dann schon die Frage: Warum nicht? Wegen Balotelli, der der viel größere Star ist (um Qualität und taktische Erwägungen geht es da ohnehin nicht). Und da muss man irgendwie auch klar machen, warum Immobile der viel bessere Spieler und Mensch und Charakter ist als Balotelli, der ja nun völlig unverständlicherweise spielt (besonders schön die Aussage Elbers, die Fans hätten auch lieber Immobile); wobei jedem, wenn man das Spiel gesehen hat, völlig klar ist, warum Balotelli spielt. Und das – Wahnsinnsfrechheit – obwohl der nicht in der Bundesliga spielt.

Sowas macht mich ausgesprochen müde; ähnlich wie die Lobeshymnen auf Brych, als würde man sich hierzulande für Schiedsrichter interessieren, wenn sie keine Fehler machen. Aber es ist ja ein Deutscher, da macht so eine Analyse natürlich Sinn.

Das ist mir alles viel zu verkrampft, viel zu lusttötend, viel zu unwesentlich. Ich hätte gern die Unschuld zurück, die das Spiel für mich zu etwas besonderem macht; und diese Unschuld, an der fressen gerade FIFA und Berichterstatter. Eine Unschuld, die inzwischen nur noch in Werbespots zelebriert wird.

Ich werde die nächsten beiden Spieltage unter netten Menschen verbringen, weswegen es hier auch keine Spielberichte direkt nach Abpfiff geben wird; ich hoffe sehr, dass mich das kurieren kann.

ENG – ITA 1:2

Von am 15 Jun 2014 | Cachaça

Das verstehe ich nicht. Warum weigert sich England denn, in die Zweikämpfe zu gehen? Mal einen Schritt raus gehen und nicht bloß im Raum stehen wie eine dekorative Zimmerpflanze! Hat Hodgson ihnen denn keine videoaufzeichnung von Hastings gegeben, um den Spielern zu zeigen, wohin sowas führt?

Ich muss übrigens gestehen, ich bin großer Sturridge-Fan. Diese Art zu spielen hat etwas Unprätentiöses und Unschuldiges. Der rennt immer so lang geradeaus, bis irgendwann eine Wand kommt, anders kriegt er sich nicht mehr gestoppt. Man spürt, dass er mit dem Rückenmark denkt, wie selbstvergessene Kinder, wenn sie mit sich selbst spielen: Happ, zack, rumms, und jetzt! Diese naive Leichtigkeit, in Verbindung mit der enormen Energie; mich erinnert es immer daran, dass es Menschen geben muss, die das Leben einfach finden. Sturridge zuzusehen hat etwas davon, einen etwas zu flachen Film zu sehen, der einen aus unerfindlichen Gründen seelig macht (ehe man beginnt, darüber nachzudenken).

Bis jetzt haben wir ja schon viele schöne Tore sehen dürfen, natürlich blieb es Italien überlassen, da einen Gegentrend zu setzen: wie Barzagli in der 22. den Pass von Welbeck entzaubert, das war Poesie. Der Ball läuft recht schnell an ihm vorbei, in seinem Rücken steht Sturridge, er kann ihn fast nur aufs Tor klären, wenn er ihn zentral trifft, also was macht er? Er fährt mit der Schuhspitze darunter und hebt ihn leicht an; gerade so, dass Sturridge nicht mehr umdisponieren kann, und der Ball ins Seitenaus dröppelt. Man müsste ein gif daraus machen und es Marcelo ein Jahr lang auf sein Haus projezieren; vielleicht mach ich mir das als Bildschirmschoner.

England mit den besseren Chancen, sagt der Mann im Fernseher, ich weiß nicht; natürlich hätte ein Tor fallen können, bei den Schüssen aus der vierten Reihe, es werden schließlich auch Leute aus heiterem Himmel vom Blitz erschlagen. Bloß die Wahrscheinlichkeit ist eben nicht sehr hoch, dass daraus was wird, und wenn doch, dann für Italien. Andrea Pirlo mit einem veritablen Hütchenspielertrick, und kein Engländer hat verstanden, unter welchem Italiener die Kugel liegt; und als sie es wussten, wars schon zu spät. Da schnitt sich der Ball durch die Abwehr wie durch eine Sahnetorte.

Also England will anfangs nicht so recht in die Zweikämpfe, und Italien führt einsnull, um sich dann – auskontern zu lassen. Something something wtf. Bei dieser WM gilt nichts von dem, was zuvor galt, ich bräuchte einen Pivat-Galileo, der mir das alles mal auseinandersetzt.

Kaum hat man sich vom Wort am Sonntag erholt, wurde Italien humorlos; sahneweiche Flanke Candreva, und Balotelli im Fünfer. Wie ein Land, das Kirchen baut wie den Petersdom, seine Züge derart schnörkellos herunterspielen kann, keine Ahnung.

In der zweiten Hälfte spielte England dann im Grunde völlig ohne Außenverteidiger; ich glaube, für Baines war das beste am Tag, dass er sein Trikot richtigherum anhatte. Ab der 75. war dann eigentlich die Luft raus; für Pässe über drei Meter Länge hätte man schon ein Taxishuttle einsetzen müssen. Italien stand einfach da und wartete, bis es Zeit wurde, nach Hause zu gehen. Am Ende, in der Nachspielzeit, stand noch nicht einmal mehr ein Engländer im italienischen Strafraum; so wenig Kraft war da noch.

Nun denn, England, das wird wohl knapp werden.

PS: Elfenbeinküste gegen Japan werde ich mir an dieser Stelle klemmen; zu den Spiele morgen wirds erst übermorgen etwas zu lesen geben. Frankreich muss ich blutenden Herzens, unter lieben Menschen, die Taschentücher bereithalten für den Fall, dass alles so kommt, wie ich es erwarte; ein kleines wenig Hoffnung bleibt ja, denn bisher kam überhaupt nichts, wie ich es erwartet habe.

URG – CRC 1:3

Von am 14 Jun 2014 | Cachaça

Was in Brasilien jogo bonito heißt, wie man immer behauptet, dabei behauptet das vor allem Nike, und weiß Gott, die sorgen nicht dafür, dass das Spiel schöner wird, ganz im Gegenteil; das heißt in Uruguay wahrscheinlich zacapum; immer hübsch draufhalten, egal ob des Gegners Bein oder Ball in Reichweite sind. Jetzt, da Holland zur Kontermannschaft umfunktioniert wurde und stattdessen Deutschland wie von Klee gezeichnete Spielzüge zelebriert, jetzt da sich viele Mannschaften nicht mehr den Traditionen ihrer Vorgänger verpflichtet fühlen, hört ein kleines LAnd nicht auf, den Neuerungen Widerstand zu leisten: Uruguay ist seit ich denken kann eine Mannschaft von Tretern, Hauern und Stechern. Vielleicht haben sie sich dieses Jahr vorgenommen, ein wenig mehr fürs Auge zu bieten, und ihre Trikots bei 90° gewaschen. Nun bin ich recht gut im Bilde über die anatomischen Eigenheiten uruguayischer Profifußballer-Oberkörper. Im Grunde genommen spielt Uruguay in Miniröcken.

Die Taktik Uruguays war wohl einer eher unrühmlichen Schaffensphase Harald Schmidts entlehnt: so wie der eine Zeit stets nur dasaß und wartete, dass Pocher irgendwas idiotisches macht oder sagt, das ihn im Vergleich hervorragend aussehen lässt, so wartete auch Uruguay. Costa Rica tat ihnen recht schnell den Gefallen und ging mit Unnötigkeiten in Serie: der Freistoß war unnötig, der Stellungsfehler war unnötig, das Foul im Strafraum war unnötig, und ich saß vor dem Fernseher wie ich vor dem Radio sitze, wenn Unheilig läuft, fassungsloses Kopfschütteln und immer wieder die Frage auf den Lippen: Warum das denn nun?

Man hatte viele Gelegenheiten, sich zu wundern; technisch war das Spiel voller Unzulänglichkeiten, wie von GM hergestellt. Sympathischerweise ließ sich Costa Rica davon kein bisschen beeindrucken und versuchte weiterhin, Hübsches zusammenzudrechseln, wahnwitzigerweise mit Erfolg: ein Hackentrick, eine Flanke, viel Platz im Zentrum und dort dann Campbell, der die Faxen dicke hatte, schon stands einseins. Und kaum war ich fertig damit, mir die Augen zu reiben, fand ein Freistoß die sehr tieffliegende Stirn von Duarte; Uruguay hat bei Standards hinten ein Abwehrverhalten wie im Bällebad, trotzdem hacken sie dem Gegner auch in Strafraumnähe regelmäßig die Füße ab. Vorne stand Cavani und ernährte sich von Wildhonig und Heuschrecken.

Um ihn herum die Phalanx der Costaricaner, die ihre Konter recht oft mit Schüssen aus 300 Metern abschlossen; ein Pech für sie, dass der diesjährige Ball stabil im Flugverhalten ist, mit den Flatterbällen der letzten WMs hätte Muslera bestimmt einiges mehr an Gymnastikübungen vollführen müssen. So blieben ihm überraschende Wendungen erspart, und den Costaricanern hingegen einige Meter: ich war überrascht, dass sie in der 80sten im Durchschnitt nur 8,7 km gelaufen sind; das sind gut 2 km weniger als man erwarten dürfte. Die Hitze reißt Räume auf, besser als jedes Gegenpressing. Da ist immer viel Raum für viele schöne kleine Dinge; am Ende ist es wohl genau dieses Klima, das diese WM zur bisher besten, spektakulärsten und interessantesten meiner Zuschauerkarriere gehört.

Tapferes Costa Rica! Oh, die will ich dringend gegen Italien sehen.

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