Einlaufkinder #07

Von am 14 Feb 2013 | Einlaufkinder

Derby, Derby, Derby. Gegen Ende ein wenig Lewandowski, Feuilletonkritik und zur Abrundung noch mehr Hertha.

Einlaufkinder #06

Von am 23 Jan 2013 | Einlaufkinder

Our wandering days are over. Zumindest was die Kneipensuche angeht. Der Alt-Tegeler Dorfkrug hat ein ruhiges Raucherzimmer, Biergläser kann man gut einstecken und die Jukebox ist mit Hertha-Songs bestückt. Was brauchen wir mehr. Inhaltlich treibt es uns weiterhin weit herum: Von Poldi in England, geht’s über die Handball-WM, zum St. Jakob in Basel und Pep in Bayern. Über Nachgetrete in Hoffenheim und Wolfsburg kommen wir zum Afrika-Cup und landen schließlich beim Kind in Hannover.

Einlaufkinder #05

Von am 19 Dez 2012 | Einlaufkinder

Wir haben wieder Gäste! Richard sagt zwar nicht viel, sieht dabei allerdings entzückend aus, und Hannes erzählt vom schönsten Fußballplatz Berlins, seinem VfB Stuttgart und Twittern mit Ibrahim Traoré. Zwischendrin geben wir uns unserer vorweihnachtlichen Stimmung hin und schimpfen viel mit der Hertha (Fred) und mit Fred (Nico). Außerdem: das traurige Leben eines Schiedsrichters, warum authentische Trainer scheiße sind und die über den Kontinent zerbröselte EM 2020, die zwei von uns gut finden und der dritte weißnochnicht.

Die Tonqualität verbessert sich übrigens im Laufe der Zeit, weil die zwei Schnapsnasen vom Nachbartisch irgendwann das Etablissement verlassen.

Einlaufkinder #04

Von am 28 Nov 2012 | Einlaufkinder

Randale, Bambule, Frankfurter Schule. Uns beschäftigt immer noch das Konzept “Sicheres Stadionerlebnis”. Bei der Pyrodiskussion hat Nico rechtlichen Beistand. Fred liest Diplomarbeiten über Kloppo und lobt darüber hinaus den Mo Idrissou.

Wir sind jetzt auch im iTunes-Podcast-Verzeichnis.

Einlaufkinder #03

Von am 14 Nov 2012 | Einlaufkinder

Wir treffen uns in einem Hax’nhaus, reden über Fan- und Jugendgewalt, lästern über Zwanziger, finden Neuer oder Adler eher uninteressant, dafür interessieren wir uns für die Lösung im Sturm. Das Ergebnis ist uns aber völlig wurscht. Nico hat noch was über Nationalklischees auf seiner Liste, wir vergleichen Fußballspieler mit Serien, Robin van Persie spielt eine kurze Rolle, Nico lobt Lustenberger und Fred Mame Diouf.

UPDATE: Wir haben jetzt auch einen von Soundcloud bereitgestellten Einlaufkinder-Feed. Hinter dem RSS-Icon auf unserem Soundcloud-Profil befindet sich ebenfalls ein Link, der den Podcast direkt über iTunes abonniert. Im iTunes-Podcast-Verzeichnis sind wir im Moment noch nicht aufgeführt. Kommt.

Links:
Die Welle der Jugendgewalt
Die verzerrte Fratze der brutalen Jugend

Einlaufkinder #02

Von am 27 Okt 2012 | Einlaufkinder

Wir reden über Toni Kroos, Schlaganfalllächler, Thomas Müller, Reinickendorfer CSD-Beflaggungen und Bayern im allgemeinen. Außerdem wird es kurzzeitig dunkel.

Zur Tonqualität: Wir arbeiten dran. Ein ordentlicher Windshield für den nächsten spontanen Platzwechsel ist bestellt, eine unbesuchte, szenetypische Kneipe wird noch gesucht.

Einlaufkinder #01 (Podcast)

Von am 05 Okt 2012 | Einlaufkinder

Zusammen mit Nico reden wir über Dortmund, Balotelli, immer wieder Hertha, die grüne Karte, Sammer, Lahm und über Silva. Im Hintergrund: die 90er Jahre.

Die Lektion aus einem Interview, das es vielleicht nicht gab mit einem Mann, den es vielleicht nicht gibt.

Von am 14 Sep 2012 | Tresenmonologe

Man kann sich dieser Tage eine ungefähre Vorstellung darüber verschaffen, was passieren würde, wenn sich tatsächlich ein Bundesliga-Fußballspieler outen würde.

Es beginnt mit einem Interview im Fluter. Adrian Bechthold spricht mit einem “Mann, den es eigentlich nicht geben dürfte”, nämlich einem schwulen undesligastar. Inhaltlich steht nichts drin, was man nicht auch vermuten würde. Neue Einblicke liefert es nicht, anderes zum Thema (Marcus Urban oder Das Schweigen der Männer) gibt da mehr her; aber es ist eben auch nur ein kurzes Interview, kein Buch.

Misstrauisch macht, dass Adrian Bechthold bisher nicht als ausgewiesener Kenner der Materie bekannt ist; misstrauisch macht auch, wie er seinen Begleittext mit Hinterzimmer-Thrill anreichert. Misstrauisch macht auch, dass niemand die Identität des Fußballspielers, der ja doch ein Star sein soll, bestätigen kann. Misstrauisch macht außerdem, dass das Interview beim Fluter erscheint, denn die breite Wirkung war vorauszusehen; deswegen hätten sich, könnte man beweisen, dass es diesen Spieler genau so gibt, mit Sicherheit andere Zeitungen und Magazine dafür interessiert. Hätte man sowas in der Hand, natürlich würde man damit zur FAZ gehen oder zur Süddeutschen, des Geldes und der Reputation wegen; vielleicht auch zu den 11Freunden.

Es gibt also Indizien dafür, dass das Interview gefaked ist. Wie könnte man damit umgehen, das zu überprüfen? Man könnte zum Beispiel dem Autor hinterherrecherchieren: Wie kommt der an diesen Stoff? Gibts Anzeichen dafür, dass er jemanden kennt, vielleicht einen Schulfreund oder so, der ihm soweit vertraut, um das Gespräch und seine Veröffentlichung mit ihm durchzuziehen? Was hat Bechtold bisher so gemacht, war das alles sauber? Es heißt, ein kleiner Kreis von Leuten in der Bundeszentrale für politische Bildung sei eingeweiht, kann das einer – meinetwegen auch ohne zitiert zu werden – bestätigen?

Philip Köster hat sich zu einem anderen Schritt entschlossen; zu einer Textanalyse. Nun teilt Köster das ungute Gefühl, irgendetwas an dem Ding könne nicht ganz stimmen, und er hat Gründe dafür. Einige die ich teile und oben bereits aufgeschrieben habe. Andere, die ich beim besten Willen nicht verstehe.

Köster schreibt, dass der Protagonist sich in Widersprüche verwickelt, dass er manche seiner Aussagen selbst konterkariere; es ist ein Zeichen minderguter Interviewführung, auf diese Widersprüche nicht einzugehen, das stimmt. Aber nicht mehr. Normalerweise geht eine Redaktion dann mit dem Bügeleisen drüber und redigiert alles so lange glatt, bis keine Falte mehr bleibt: ist das ein Kriterium für Glaubwürdigkeit? Das müsste Köster, Chefredakteur eines Magazins, das sich dankenswerterweise immer wieder mir der Flach- und Abgenudeltheit gängiger Fußballinterviews lustig macht, besser wissen. Genauso wie der Vorwurf, dass das ganze Interview nur aus Klischees bestehe. Da fällt mir glatt das Wurstbrot in die Tastatur: Ein Sportlerinterview, das nur aus Klischees besteht! Ich könnte nur überraschter sein, wenn durch mein Küchenfenster Elvis aus einem Ufo grüßen würde.

Köster skandalisiert hier Dinge, die gang und gäbe sind in der Fußballberichterstattung. Und das ist mit Sicherheit etwas, mit dem sich ein Profi, der bisher einigermaßen in Ruhe gelassen wurde, konfrontiert sehen wird, wenn er den Schritt geht sich zu outen. Selbst von Seiten eines aufgeklärten, antiboulevardesken Magazins.

Vielen Dank für die Lektion.

Disclaimer: Im Fluter-Archiv finden sich auch zwei Texte von mir.

Was ist denn da los, Herr Valin?

Von am 02 Sep 2012 | "Mach ma n Zettel"

Bundesliga geht los, und hier passiert gar nix mehr. Gibts denn nix interessantes mehr?

Doch, doch, insbesondere die Fehleinschätzung der meisten Medien, man könnte Kagawa, den besten Spieler der letzten zwei Saisons, 1:1 durch Reus ersetzen, weil der ja ein ach so grandioser Fußballer ist. Ein Hotroad mag beeindruckender aussehen als ein GoCart, aber auf einem GoCart-Kurs sieht er trotzdem Scheiße aus. Was offenbar niemand so richtig herausarbeitet, ist: Klopp stellt zum zweiten Mal nach einer erfolgreichen Saison komplett das taktische Gerüst um. Bremen hat einen großartigen, sehr mutigen Kader zusammengestellt, Hoffenheim zeigt, dass man Hertha auch in der Provinz nachspielen kann, und dann wäre da natürlich auch noch die Hertha selbst: ein Konzept wie ein Großflughafen. Bloß dass es da jetzt schon brennt.

Außerdem die Diskussionen darum, wer oder was jetzt ein Fan ist oder nicht; man müsste auch mal dringend über die Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball reden, also diese wirtschaftliche Katstrophe, die man Regionalliga nennt. Da erlaubt es sich der DFB, regelmäßig Mannschaften zu haben, die trotz sportlichem Erfolg aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht aufsteigen wollen, und keinen der Verantwortlichen juckt das; karrikaturesk. Ich würde mir auch gerne drei vier Spiele von Lübars ansehen (2. Frauen-Bundesliga) und Babelsberg sowieso, ich wohne hier ja in der Fußballprovinz Berlin, wo Spitzenfußball derart verpönt ist, dass die Fans der Hertha noch immer vom Nebelspiel gegen Barcelona erzählen: das ist die eigentliche Tragödie des Michael Preetz. Er will ganz doll hoch hinaus, und eines der letzten Großereignisse dieser Art ist deswegen in Erinnerung geblieben, weil man vom Spiel nichts gesehen hat. Ein wunderschönes Bild.

Und warum halten Sie dann zu all dem die Schnauze?

Naja, viel los gerade im Hause Valin. Ich hab nen neuen Job, nix mit Medien, dafür aber mit Schichtdienst, dadurch hab ich den kompletten Zweitliga-Auftakt verpasst; die freie Zeit geht im Grunde komplett für das neue Buch drauf, das bis Ende September fertig sein soll und bis Ende Oktober fertig sein wird. Es gibt noch drei, vier weitere kleine Projekte, an denen ich dranbleiben will und muss (vor allem: zwei kürzere E-Books, ein Kinderbuch) und dann geht auch bald wieder die Lesesaison los, am 20. September sind Jan-Uwe Fitz und ich zum ersten Mal in der Z-Bar. Ich komm kaum zum Fußball kucken, ich hab bisher vielleicht 180 Minuten Bundesliga gesehen, 120 Minuten Pokal (Essen gegen Union, obwohl das ja streng genommen mit Fußball kaum was zu tun hatte) und 90 Minuten international (das Gladbacher Hinspiel); das wars. Saisonvorbereitung fand so gut wie gar nicht statt. Für elaboriertere Betrachtungen ist das recht wenig Material.

Wie solls denn nun weitergehen?

Mir fehlt das Schreiben über Fußball, also wirds wohl unregelmäßig irgendwelche Einlassungen geben. Es gibt die Idee, einen Podcast zu machen, außerdem iegen hier noch ein paar längere Sachen in der Pipe, die ich bei Gelegenheit fertig machen will. Aber halt: Priorität C.

Okay, dann entlasse ich Sie. Herzlichen Dank!

So long.

5 Dinge, die der Fußball von Olympia lernen kann

Von am 12 Aug 2012 | An fremden Brettern

1. Post-Match-Interviews

Allüberall wird Podolski gefeiert, weil er das ti-aitsch besser trifft als so ziemlich alle Freistöße der letzten Saison und sein erstes Interview nicht ähnlich in den Sand gesetzt hat wie sagen wir Lothar Matthäus. Oder Heinrich Lübke. Großartig, wie er sagt, dass Arsenal ein “big club” ist! Und überhaupt, dass er so “happy” sein kann! Ich mach mir gleich in my trousers vor Begeisterung! Stop the press, ein Deutscher im Ausland, der sich nicht blamiert hat! Oder jemanden erschossen. Wenn das mal keine Newsroom-Episode füllt.

Bin ich eigentlich der einzige, der diese Podolski-Scheiße boring findet, und lieber mehr Markus Rogan hätte?

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2. Franziska van Almsick

Der Boulevard monierte, dass sie beinah alle ihre Sätze mit “Ich als Expertin…” einleitete. Es stimmt, das hatte etwas hilflos refrainmäßiges; natürlich hätte sie das nicht machen müssen, weil es sowieso immer am unteren Bildrand eingeblendet wird. Aber was entscheindend war, folgte erst danach, sobald die Kollegen von der az beschlossen hatten schon längst wegzuhören: sie thematisierte ihre Verstrickungen mit dem Verband, ihre Sympathien für einzelne Sportler, den Ärger, den sie sich mit manchen Statements eingefangen hatte; und gerade, dass sie dabei häufig ein wenig hölzern wirkte, überbedacht und gleichzeitig erschütternd ihrem Standpunkt verpflichtet, machte sie den Schmierlappen von der Regenbogenpresse so verdächtig. Denen ist einer wie Beckenbauer lieber, der nichts sagt, dabei aber ein wenig aus dem Mund sabbert: diese Tropfen, die dann auf irgendeinen armen Idioten niederregnen, sind dann skandalträchtig. Ein inszenierter, natürlich, denn inzwischen werden Fußballprofis nur noch ausgeliefert, nachdem sie in Folie eingeschweißt worden sind: Man kann die Beckenbauer-Spucke abwischen, und alles bleibt, wies ist. Das Fernsehen, dass sich allzugern als Echtzeitmedium aufspielt, ist im Grunde ein leerer performativer Akt, ein Bild, das nicht schwarz bleiben darf, und deswegen sein Warten auf das folgende inszeniert, ungefähr so.

Heute habe ich gehört, dass Lothar Matthäus Sky-Experte geworden ist. Prinzipiell ist natürlich nichts zu sagen gegen die Integration geistig Minderbemittelter, aber man hat als Fernsehsender dann doch eine inhaltliche Verantwortung.

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3. Eröffnungsfeier

Leute, ihr, die ihr von der FIFA seid, ihr habt doch auch schonmal fern gesehen. Drei Hüpfdohlen in von Wigald Boning geschneiderten Anzügen plus zweiundzwanzig Kinder, die nicht wissen, wohin sie kucken sollen, das passt ganz gut zu einer aus dem Ruder gelaufenen Bad-Taste-Party in Brandenburg. Schaut doch bitte nochmal, was London da veranstaltet hat, um die Spiele angemessen zu beginnen: Das ist eine Schöpfkelle, ihr blutigen Laien!

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4. Technologie ist nicht die Lösung

Zumindest nicht aller Probleme. Ich hab nicht mitgezählt, aber wie oft kam es vor, dass die Messgeräte ein anderes Ergebnis als das hinterher als tatsächliches festgestellte lieferten? Eine Formulierung, neben die selbst mein Philosophieprofessor ein “St!” für Stil gesetzt hätte. Allein, wenn deutsche Olympioniken betroffen waren: Bei den Florett-Fechtern, Lilly Schwarzkopf, Betty Heidler, noch irgendwas? Technik, macht die Dinge nicht transparent, sie verschiebt bloß die Grenze der Wahrnehmung ins Unerbittliche, bis keiner mehr irgendwas erkennt. Die Diskussion wird nicht entschärft, das wird auch mit Torkameradingens nicht anders sein. Die Kamera hat keine direkte Autorität, das Fernsehen verhindert es, siehe (u.a.) Lothar Matthäus. Ein Schluss, den nicht einmal mein Philosophie-Lehrer akzeptiert hätte, wir diskutieren das dann bei der nächsten Post-Wembley-Entscheidung.

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5. Bescheidenheit

Wie ungekünstelt die meisten der Olympioniken in den Interviews klangen, und wie aufrichtig sie sich gefreut haben, wenn es einen Erfolg gab. Wie deutlich das klang, das es für ihren Sport war, nicht nur für sich. Man vergleiche die Reaktion der normalerweise durch die Bank unsympathischen deutschen Hockey-Mannschaft gegen Mario Balotelli. Fußball ist ein viel zu verwöhntes Kind. Zu viel Aufmerksamkeit, verzogen und undankbar. Wir, die Fans, sollten uns mal wieder unserer Elternrolle annehmen und ihn aus den Fängen des schlecht beeinflussenden, unterwürfigen, anstachelnden Nachbarsjungen Fernsehen befreien.

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